Typ-1-Diabetes und Multiple Sklerose: Eine dänische bevölkerungsbasierte Kohortenstudie

Hintergrund: Typ-1-Diabetes mellitus (T1D) und Multiple Sklerose (MS) tragen erheblich zur Belastung durch Autoimmunerkrankungen bei jungen Erwachsenen bei. Obwohl HLA-Muster von T1D und MS gelten als sich gegenseitig ausschließend, individuelles und familiäres gleichzeitiges Auftreten der 2 Krankheiten wurde berichtet.

Zielsetzung: Bewertung des gleichzeitigen Auftretens von T1D und MS durch Schätzung des Risikos für MS bei Patienten mit T1D und des Risikos für T1D bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit MS.

Design, Einstellung und Teilnehmer: Zwei bevölkerungsbasierte Krankheitsregister, das dänische Krankenhausentlassungsregister und das dänische Multiple-Sklerose-Register, wurden verwendet, um Patienten mit T1D zu identifizieren, definiert als Patienten, bei denen Diabetes vor dem Alter von 20 Jahren diagnostiziert wurde (N = 6078), und Patienten mit MS (N = 11 862). Verwandte ersten Grades (N = 14.771) von MS-Patienten wurden anhand von Familieninformationen im dänischen Zivilregistrierungssystem identifiziert.

Hauptergebnismaß: Patienten mit T1D und Verwandte ersten Grades von Patienten mit MS wurden auf das Auftreten von MS bzw. T1D hin untersucht, und die relativen Risiken wurden als standardisierte Inzidenzverhältnisse ausgedrückt, dh Verhältnisse von beobachteten zu erwarteten Zahlen von Ergebnissen basierend auf nationalen Alters-, Geschlechts- und periodenspezifischen MS- und T1D-Inzidenzraten.

Ergebnisse: Patienten mit T1D hatten ein mehr als 3-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer MS (relatives Risiko, 3,26; 95% -Konfidenzintervall, 1,80-5,88; n = 11). Verwandte ersten Grades von Patienten mit MS hatten ein um 63% erhöhtes Risiko (relatives Risiko, 1,63; 95% Konfidenzintervall, 1,26-2,12; n = 56) für die Entwicklung von T1D. Die Anpassung der familiären Beziehung zu Patienten mit T1D reduzierte das Überschussrisiko jedoch auf 44% (relatives Risiko, 1,44; 95% Konfidenzintervall, 1,11-1,88; n = 56).

Fazit: Die vorliegende bundesweite Kohortenstudie zeigt ein intraindividuelles und in geringerem Maße ein intrafamiliäres Ko-Auftreten von MS und T1D.

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