Gemeinsame Moral und moralische Reform

Die Idee der moralischen Reform erfordert, dass Moral mehr als eine Beschreibung dessen ist, was Menschen schätzen, denn es muss ein Maß geben, anhand dessen der Fortschritt beurteilt werden kann. Ansonsten ist jede Veränderung keine Reform, sondern einfach ein Unterschied. Daher diskutiere ich die moralische Reform in Bezug auf zwei präskriptive Ansätze zur gemeinsamen Moral, die ich als grundlegend und pragmatisch unterscheide. Ein grundlegender Ansatz zur gemeinsamen Moral (z. Bernard Gert) legt nahe, dass es keine Reform der Moral gibt, sondern der Überzeugungen, Werte, Bräuche und Praktiken, um einer unveränderlichen, grundlegenden Moral zu entsprechen. Wenn es jedoch eine Revision in seiner Grundlage gäbe (z. B. in der Rationalität), dann wäre eine Reform der Moral selbst möglich. Aus pragmatischer Sicht hingegen ist die allgemeine Moral relativ zum menschlichen Aufblühen, und ihre Rechtfertigung besteht in ihrer Wirksamkeit bei der Förderung des Aufblühens. Die Moral hängt davon ab, was tatsächlich das menschliche Gedeihen fördert, und könnte daher reformiert werden. Ein pragmatischer Ansatz, der offener für die Möglichkeit einer moralischen Reform zu sein scheint, würde jedoch eine robustere Darstellung der Normen erfordern, an denen die Reform gemessen wird.

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